Dr. Tim Breitkreuz beim Migrationsdialog in Schrozberg: Ordnung, Humanität und Integration zusammendenken
Beim Migrationsdialog in Schrozberg, zu dem die Aktion Hoffnungsland eingeladen hatte, stand die Frage im Mittelpunkt, wie Migration zwischen Ordnung, Humanität und gelingender Integration gestaltet werden kann. Veranstaltungsort war die „Hope Church“, eine evangelische Gemeinde, die Geflüchteten mit internationalen Gottesdiensten und dem Begegnungsprojekt „Hope House“ Unterstützung und Gemeinschaft bietet. Der Dialog fand vor dem Hintergrund einer weiterhin stark polarisierten gesellschaftlichen Debatte statt.

Als Gesprächsgast sprach Dr. Tim Breitkreuz, CDU-Kreisvorsitzender in Schwäbisch Hall und Landtagskandidat, der auf langjährige Erfahrung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie im Justiz- und Migrationsministerium zurückblickt. Er plädierte für eine faktenbasierte, differenzierte Debatte ohne Pauschalisierungen. Zugleich betonte er die Notwendigkeit klarer Regeln, insbesondere eine Null-Toleranz-Haltung bei Straffälligkeit von Schutzsuchenden.

Ein Schwerpunkt lag auf Integration und strukturellen Herausforderungen. Breitkreuz hob Sprache als Schlüssel zur Teilhabe hervor und sprach sich für verpflichtende Deutschförderung, ein kostenloses letztes Kindergartenjahr sowie eine klare Trennung von Asyl und Fachkräftemigration aus. Kritisch diskutiert wurde auch die Situation gut integrierter Geflüchteter, denen dennoch Abschiebung droht. Breitkreuz räumte hier bestehende Ungerechtigkeiten ein und forderte praktikable Bleibeperspektiven.

In der offenen Diskussion berichteten Ehrenamtliche, Lehrkräfte und Kommunalpolitiker von konkreten Problemen wie fehlenden Sprachkursen, unzureichender Betreuung und Personalmangel in Schulen. Breitkreuz betonte, dass Integration im kommunalen Alltag stattfinde und politische Entscheidungen diese Realität stärker berücksichtigen müssten. Migration dürfe nicht pauschal problematisiert werden; geordnet gestaltet biete sie angesichts des demografischen Wandels Chancen. Humanität und Ordnung müssten gemeinsam gedacht werden – getragen von gesellschaftlichem Engagement, wie es in Schrozberg bereits gelebt wird.